Die Trends2018-09-21T06:37:29+00:00

Der Digitalisierungskompass 2018

Der Digitalisierungskompass 2018

Die Trends

Welche Entwicklungen lassen sich aus der Studie ableiten?

Shutterstock/LightField Studios

Die Trends

Welche Entwicklungen lassen sich aus der Studie ableiten?

Shutterstock/LightField Studios

Erfolgreiche Städte – Stadt-Land-Gefälle erkennbar

Die Ergebnisse des Digitalisierungskompass 2018 zeigen ein deutliches Stadt-Land-Gefälle. In allen Regionen Deutschlands und allen drei Teilbereichen punkten insbesondere Großstädte. Unter den Top 20 finden sich fünf Landkreise, die jedoch direkte Umlandkreise von Metropolen wie München oder Stuttgart sind.
Deutschlandweit findet eine Zweiteilung statt. Knapp die Hälfte der Kreise bekommt zwei oder weniger Sterne. Rund drei Viertel dieser Kreise werden dem ländlichen Raum zugeordnet. Ein bis zwei Sterne entsprechen schlechten bis weniger guten Chancen im Zuge der Digitalisierung.

Umland der Metropolen profitiert

Landkreise im Speckgürtel der Metropolen wie bspw. die Landkreise München, Böblingen, Main-Taunus-Kreis oder der Landkreis Erlangen-Höchstadt stehen im Vergleich zu anderen Landkreisen in Deutschland sehr gut da. Diese Regionen profitieren vom naheliegenden großstädtischen Arbeitsmarkt und Spill-Over-Effekten.

Klare Vorteile für Städte beim Arbeitsmarkt

Städtische Kreise erreichen bei den vier Indikatoren des Auswertungsbereichs Arbeitsmarkt überdurchschnittlich hohe Werte. Die städtischen Kreise kommen im Mittel auf 20,8 Indexpunkte beim Arbeitsmarkt digitaler Berufe. Die ländlichen Kreise erreichen hingegen nur 10,7 Punkte.

Weiterhin extreme Konzentration der digitalen Arbeitsmarktaktivitäten auf die TOP 20 Standorte

Die digitalen Arbeitsmarktaktivitäten konzentrieren sich weiterhin sehr stark auf die TOP20 Standorte im Digitalisierungskompass. In den TOP20-Regionen sind rund ein Drittel aller digitalen Impulsgeber in Deutschland beschäftigt, während lediglich 22 Prozent aller Beschäftigten in Deutschland auf die TOP20-Regionen entfallen. An diesen Standorten konzentrieren sich zudem die Unternehmen und Institutionen, die digitale Impulsgeber suchen. Der Anteil der TOP20-Standorte an allen digitalen Jobangeboten beläuft sich auf weit mehr als 50 Prozent, d.h. mehr als jede zweite der über 478.000 Stellenanzeigen für digitale Impulsgeber in Deutschland ist in den TOP20 verortet.

Anteil der Top-20 Standorte des Digitalisierungskompass 2018 an Deutschland in Prozent

IKT-Branche mit großem Einfluss auf das Digitalisierungsgeschehen

Alle im Bereich der „IKT-Branche“ führenden Städte bzw. Kreise sind auch im Gesamtranking vorne mit dabei. Nur vier der TOP20-Standorte im Bereich „IKT-Branche“ gehören nicht auch zu den TOP20-Standorten im Gesamtranking. Es bestätigt sich, dass eine starke IKT-Wirtschaft insgesamt höhere Chancen für einen Standort im Bereich der Digitalisierung zur Folge hat.

Gründungen als Motor für Digitalisierung

Gründungen (Start-ups) sind ein wesentlicher Motor der Digitalisierung sowie für die Erneuerung der Branchen- und Unternehmensstruktur. Regionen, die viele IKT-Gründungen vorweisen, sind häufig auch in den anderen Kategorien und dem Gesamtergebnis des Digitalisierungskompass weit vorne. Gründungen im IT-Bereich erzeugen positive Effekte für die Digitalisierung: neue digitale Ideen, Anwendungen und Geschäftsmodelle, mehr Beschäftigung, mehr Ausbildung, mehr digitale Patente. Das zeigt sich deutlich zum Beispiel für die Städte Berlin, München, Hamburg oder Karlsruhe. Sie finden sich sowohl unter den zehn besten Standorten im Bereich IKT-Gründungen als auch im Gesamtranking.

Insgesamt Nachholbedarf bei der IKT-Infrastruktur

Ende 2017 war in rund der Hälfte aller Kreise für ein Viertel der Haushalte keine leistungsfähige Breitbandanbindung von mindestens 50 Mbit/s verfügbar. Ein vergleichbares Bild zeigte sich bei der Verfügbarkeit der Breitbandanbindung der Unternehmen.

Breitband allein reicht nicht aus

Standorte, die im Bereich der IKT-Infrastruktur vorne stehen, verfügen nicht zwingend über höhere Digitalisierungschancen insgesamt. Beispiele hierfür sind die Städte Weiden i. d. Oberpfalz, Kaufbeuren, Delmenhorst oder Speyer. Insofern stellt sich die IKT-Infrastruktur als eine notwendige, aber nicht hinreichende Bedingung für hohe Digitalisierungschancen heraus. Dasselbe gilt für Kreise, die zwar nach den Daten der TÜV Rheinland Consulting GmbH eine geringe Breitbandverfügbarkeit aufweisen, gleichzeitig aber hohe Werte im Bereich Arbeitsmarkt digitaler Berufe und IKT-Branche haben. Beispiele für Kreise, die im Gesamtranking weit vorne stehen, allerdings bei der IKT-Infrastruktur vergleichsweise schlecht dastehen sind der Kreis Paderborn, der Bodenseekreis und die Stadt Darmstadt. Gerade in diesen Kreisen hinkt der Breitbandausbau hinterher.
Die Digitalisierung verstärkt die räumliche Konzentration

Die Digitalisierung führt bislang nicht dazu, dass periphere ländliche Regionen zu den urbanen Zentren aufschließen können. Die Agglomerationen zeigen Sogeffekte und ziehen Fachkräfte und IT-Dienstleistungen an. Je ländlicher eine Region, desto geringer sind die Digitalisierungschancen. Mindestens drei Digitalisierungssterne und damit gute digitale Chancen erreichen – bezogen auf die siedlungsstrukturellen Kreistypen des BBSR:

  • 95 Prozent der 66 „kreisfreien Großstädte“,
  • mehr als jeder zweite (57 Prozent) der 134 „städtischen Kreise“,
  • nur etwas mehr als jeder Fünfte der 102 „ländlichen Kreise mit Verdichtungsansätzen“,
  • lediglich 13 Prozent der 99 „dünn besiedelten ländlichen Kreise“ in Deutschland (BBSR: Siedlungsstrukturelle Kreistypen).

Daraus können gerade für Hidden Champions der Industrie in ländlich geprägten Räumen Probleme erwachsen, für die es bspw. sehr viel schwieriger wird digitalisierungsaffine Fachkräfte zu finden und sich bei möglicherweise unzureichender infrastruktureller Anbindung teurere eigene betriebliche Lösungen schaffen müssen.

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